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Hier auf dieser Seite finden Sie Berichte aus unserer Vereinszeitung "Der Delfin"

Bericht

Autor

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Aquaristik – Hobby ……oder Sucht???
oder gar nur Kommerz????
                                         
Anton Maier  
Reportage Fischfarm Schubert    
Aquaristik – ein faszinierendes Hobby Hans Hirsch      
Keine Angst vor neuen Fischen
Eine Anleitung zur Quarantäne
Hans Hirsch  

Corydoras sterbai

Peter Franzek

 

Schneckencichliden im Aquarium

Hans Hirsch

 

Apistogramma eunotus und moae

Eine Beschreibung mit dem Versuch der Artenabgrenzung

Sven Stahmer

 

Mal was Neues – Louisiana-Zwergflußkrebs
Zuchtbericht über Cambarellus shufeld-tii

Mathias Fischer

 

Internet – Ein gutes Forum für Aquarianer?

Mathias Fischer

 

Das Pflanzenaquarium

Hans Hirsch

 

Apistogramma macmasteri

Anton Maier

 













 

 






  



 

 

 
Im Internet gefunden : Links zu interessanten Berichten im Internet
 

Link zu Bericht

Autor

Chemie im Aquarium

Georg  Leithold. Mein Studienfach: Medizinisch-biologische Chemie

   
   


 


Aquaristik – ein faszinierendes Hobby

Viele Menschen verspüren den Wunsch, ein schönes Aquarium in der Wohnung zu haben, um sich in der Freizeit daran zu erfreuen. Ein Aquarium ist ein Stück Natur und erfordert von seinem Pfleger ein gewisses Maß an Verständnis für das Zusammenwirken von Wasser, Pflanzen und Fischen. Der Arbeitsaufwand zum Betreiben eines Aquariums ist oft kleiner als landläufig angenommen wird, wenn man sich zu Beginn richtig informiert. Auf den folgenden Seiten möchten wir ein paar Hilfestellungen geben, die den Einstieg in das Hobby „Aquaristik“  mit einem kleinen Aquarium erleichtern.
Der Standort
Schon der Platz, an dem das Aquarium stehen soll, muß sorgfältig gewählt werden, denn ein Aquarium mit allem Drum und Dran ist nicht gerade leicht und muß daher auf einem festen, tragfähigen Sockel gestellt werden. Ein Becken von 60 cm Kantenlänge und 54 l Volumen bringt es immerhin auf etwa 75 kg. Die Unterlage muß gerade und eben sein. Vom Zoofachhändler angebotene Schränke und Untergestelle sind für jedes Beckenmaß und sogar in unterschiedlichen Dekoren zur eigenen Einrichtung lieferbar. Der Standort sollte so gewählt werden, dass kein direktes Sonnenlicht auf das Aquarium fällt, da sonst mit unkontrollierbarem Algenwuchs und im Sommer mit einer Wassererwärmung über die gewohnte Temperatur hinaus zu rechnen ist. Auch neben einer viel genutzten Tür sollte das Aquarium nicht stehen, da scheue Fische unter ständigem Streß leiden würden. Eine ruhige Ecke im Wohnzimmer ist die beste Wahl. Darüber hinaus muß eine Steckdose für den Anschluß der  elektrischen Geräte in erreichbarer Nähe sein. Das Becken und der Unterbau werden am gewählten Standort mit einer Wasserwaage ausgerichtet. Grundsätzlich sollte man bedenken: Ein Aquarium ist kein Spielzeug für kleine Kinder. Kinder bis ca. 12 Jahren sollten ein Aquarium nur unter der Anleitung eines Erwachsenen betreiben.
Aquarientyp- was verstehen wir unter diesem Begriff?

Man unterscheidet bei tropischen Süßwasseraquarien zwischen Gesellschaftsbecken, Artenbecken, Biotopaquarien und Zuchtaquarien.
Gesellschaftsbecken
sind Aquarien, in denen unterschiedliche Wasserpflanzen- und Fischarten zusammen gepflegt werden, die im Anspruch auf Licht, Temperatur, Wasserbeschaffenheit, Beckengröße und Ernährung zusammen passen. Für diesen Beckentyp erlangte der Begriff „Naturaquarium“ in den letzten Jahren eine besondere Bedeutung. Die Naturaquaristik beinhaltet in erster Linie Komponenten, die in Form und Größe der Pflanzen, Dekoration und Fische aufeinander abgestimmt sind. Daraus entstehen dann ganz besonders schöne Unterwasserlandschaften, bei denen nicht die Fische im Vordergrund stehen, sondern der Gesamteindruck.
Artenbecken
sind Aquarien, in denen nur Fische einer Art gepflegt werden, die besondere Ansprüche an ihre Umgebung stellen. Die Bepflanzung solcher Aquarien erfüllt in erster Linie die Bedürfnisse der Fische. Dieser Beckentyp ist eher etwas für erfahrene Aquarianer.
Biotopaquarien sind Becken, bei denen der Aquarianer bemüht ist, alle Komponenten des natürlichen Biotops nachzubilden. Solche Aquarien setzen große Sachkenntnis und Erfahrungen mit den zu pflegenden Fischen und Pflanzen voraus.
Zuchtaquarien sind Becken, die allein auf die artgerechte Haltung von Fischen abgestimmt sind, um diese zu züchten. Die Gestaltung ist meist spartanisch. In solchen Aquarien werden oft Filter zur Herstellung und Erhaltung besonderer Wasserparameter installiert. Dieser Beckentyp ist für den Betrachter meist nicht sehr attraktiv.

 

 

 

 

  

Einrichten und dekorieren 

Bodengrund
Der Bodengrund im Aquarium erfüllt zwei wichtige Aufgaben: zum einen bietet er den Pflanzen Halt und zum anderen siedeln sich wichtige Microorganismen an, die für das biologische Gleichgewicht sehr wichtig sind. Daher darf der Bodengrund nicht zu fein sein. In porösem Material ist ein Wasseraustausch und somit eine Sauerstoffversorgung der Bakterienkultur leichter möglich. Ihr Fachhändler hält eine reichliche Auswahl von geeigneten Bodengründen bereit. Speziell mit Mineralien und Spurenelementen angereicherte Substrate sind für die unterste Schicht besonders gut geeignet. Die Deckschicht aus sehr sauber gewaschenem, feinem Kies verhindert, dass grobe Schmutzpartikel in den Boden eindringen. Auch das schnelle Auswaschen von Langzeitdünger, aus der unteren Schicht wird damit vermieden. Beim Einbringen des Bodengrundes ist darauf zu achten, dass er leicht nach hinten ansteigt. Die Schichthöhe sollte zwischen 3 und 10 cm betragen. Das erhöht den optischen Tiefeneffekt und verhindert Mulmansammlungen in den hinteren Bereichen. 

Dekoration
Zur optischen Gestaltung gibt es eine reichliche Auswahl an Wurzelhölzern und Steinen in unterschiedlichen Größen. Achten sie beim Kauf darauf, dass die Dekoration der Größe des Beckens angemessen ist. Wurzeln und Steine sollten vor der Verwendung gut gewaschen und mit einer kräftigen Bürste ohne chemische Reinigungsmittel gesäubert werden. Steine, die selbst gesammelt wurden, sollten auf Tauglichkeit geprüft werden, denn wenn sie metallische Einschlüsse aufweisen oder Kalk ans Wasser abgeben, sind sie ungeeignet. Bei Wurzeln ist darauf zu achten, dass sie evtl. schwimmen. Diese müssen längere Zeit gewässert oder ausgekocht werden. Wurzelstücke aus Hartholz schwimmen meist nicht und können nach gründlicher Reinigung eingesetzt werden. Beim Einbringen der Dekoration können Steine so platziert werden, dass sie den terrassenartigen Aufbau des Bodengrundes zusätzlich stützen. Wurzelstücke müssen so gesetzt werden, dass später die Heizung und der Filter gut zugänglich sind. Auch auf ausreichenden Schwimmraum für die Fische muß geachtet werden.

Technik einsetzen
In einem Aquarium müssen viele Aufgaben der Natur von einer hochwertigen und zuverlässigen Technik übernommen werden. Mit den heutigen Angeboten an Filtern und regelbaren Heizern steht dem Aquarianer ein großes  Sortiment an ausgereifter Technik für Beckengrößen von 50 l bis etwa 600 l Inhalt zur Auswahl.

Beleuchtung
Bei den meisten Aquarien-Sets oder Komplettlösungen ist die Beleuchtung schon fertig installiert. Das Licht hat für das Kleinbiotop „Aquarium“ eine besondere Bedeutung. Fische und Pflanzen stellen ihren Lebensrhythmus auf die Beleuchtungszeit ein. Daher ist es ratsam, die Schaltintervalle durch eine Zeitschaltuhr zu regeln. Etwa 12 Std. beträgt die Beleuchtungsphase in einem tropischen Aquarium.
Die Heizung
Für die meisten Aquarienfische und –pflanzen sollte die Wassertemperatur 24° - 26° betragen. Eine Regelheizung hält Ihr Aquarium konstant auf die eingestellte Temperatur. Die Wattstärke richtet sich nach der Beckengröße und der Umgebungstemperatur des Standortes. In Wohnräumen ergibt sich daher etwa 0,5 – 1 Watt pro Liter Beckeninhalt. Die Heizung wird so im Aquarium angebracht, dass die Funktion bei der Routinekontrolle leicht überprüft werden kann aber das Gesamtbild des Aquariums nicht unnötig stört. Mittels eines Thermometers wird die Wassertemperatur täglich überprüft.

Filter
Zur Erhaltung einer guten Wasserqualität muß das Aquarium mit einem Filter ausgerüstet werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen luft- und motorbetriebenen Filtern. Bei luftbetriebenen Filtern wird mittels einer Luftpumpe und eines Luftheber-Systems Wasser durch das Filtermedium geleitet. Motorbetriebene werden von einer elektrischen Turbine angetrieben. Sie haben den Vorteil, dass sie besonders leise und leistungsfähig sind. Bei den motorbetriebenen Filtern stehen zwei Varianten zur Verfügung:

1.
       Innenfilter

Diese Filter werden im Aquarium angebracht, nehmen daher auch etwas Platz im Becken in Anspruch und müssen für den Filterwechsel leicht zugänglich sein. Sie haben den Vorteil, dass keine Schläuche aus dem Aquarium führen
2.       Außenfilter
Dieser Filtertyp steht unter dem Aquarium und wird mittels Zu- und Rücklaufschlauch mit dem Becken verbunden. Außenfilter verfügen gegenüber den Innenfiltern über mehr Filtervolumen, was die Reinigungsintervalle verlängert. Vorteil: Für den Betrachter des Aquariums unsichtbar im Schrank untergebracht. Bei der Filterreinigung muß nicht im Aquarium hantiert werden.
Die Aufgabe des Filters ist es, Schadstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Durch die zusätzliche Ansiedlung von schadstoffabbauenden Bakterien werden stickstoffhaltige Substanzen biologisch abgebaut und in von den Pflanzen verwertbare Verbindungen umgewandelt.
Der Filter wird so im Becken eingebaut, dass er nicht das Gesamtbild stört. Die Wasserströmung soll möglichst das ganze Aquarium erfassen, damit sich Mulm nur an den leicht zugänglichen vorderen Bereichen ablagern kann.

Wasser einfüllen
Nachdem der Bodengrund und die Dekoration eingebracht sind und die Technik bestmöglichst plaziert worden ist, können wir das Aquarium nun etwa bis zur Hälfte mit temperiertem Wasser auffüllten. Dazu legen wir eine Plastikfolie von der Größe der Bodenfläche des Beckens im Aquarium aus. Mit einem Schlauch oder Gießkanne wird nun vorsichtig Wasser eingefüllt. Es ist darauf zu achten, dass dabei der Bodengrund nicht aufwühlt wird.

Wasserpflanzen
Die Wasserpflanzen haben in einem Aquarium wichtige Aufgaben zu erfüllen. So produzieren sie am Tage den für die Fische lebenswichtigen Sauerstoff und reduzieren den Nitrat- und Phosphatgehalt des Wassers. Sie tragen also eine Menge zur Erhaltung der Wasserqualität bei. Durch ihre Anordnung im Aquarium ergeben sich für die Fische Reviere und Schutzzonen, in die sich scheue Fische zurückziehen können. Außerdem benötigen viele Fischarten Pflanzen als Laichsubstrat. Gerade in der Einlaufphase  eines Aquariums ist auf guten Pflanzenwuchs zu achten. Die Erstausstattung sollte deshalb zum großen Teil aus schnellwüchsigen Arten bestehen. So wird der Ausbreitung von unerwünschten Algen entgegengewirkt.

Wasserpflanzen einsetzen
Die eingekauften Wasserpflanzen werden nun in lauwarmem Wasser vorsichtig abgespült, Topfpflanzen aus den Kunststofftöpfen genommen und die Wurzeln von dem anhaftenden Pflanzsubstrat befreit. Abgestorbene oder beschädigte Blätter und Wurzeln schneidet man mit einer Schere ab. Sind die Wurzeln zu lang, werden sie ebenfalls etwas eingekürzt.

Das Bepflanzen des Aquariums erfordert ein wenig Geschick, denn oft haben die Pflanzen beim Kauf noch nicht ihre volle Größe erreicht. Die Angaben auf den Artbeschreibungen sind da eine große Hilfe. Auch die angegebenen Lichtbedürfnisse sollten bei der Wahl des Standortes im Becken unbedingt beachtet werden. Sortieren Sie Ihre Pflanzen für den Hintergrund, Mittelbereich und Vordergrund. Der Hintergrund wird zuerst bepflanzt, dann die Beckenmitte und zuletzt der Vordergrund. Es ist ratsam, die Pflanzenarten in Gruppen zu setzen, denn dadurch wird die natürliche Wirkung erhöht.Beim Einsetzen der Stengelpflanzen ist darauf zu achten, dass die Stengel im Bodengrund nicht abgeknickt werden. Pflanzen mit Wurzeln werden so tief eingesetzt, dass die Pflanze bis zum Wurzelhals mit Bodengrund bedeckt ist. Zum Abschluß wird das Aquarium bis zur oberen Sichtblende mit Wasser aufgefüllt. Setzen Sie dem Wasser der Beckengröße entsprechend einen Wasseraufbereiter zu, denn Leitungswasser ist oft zu aggressiv oder enthält geringe Mengen an Schwermetalle. Durch die Zugabe von Starterbakterien impfen Sie das Aquarium mit einer Bakterienkultur, die in der Einlaufphase große Vorteile bringt. Jetzt nehmen Sie Heizer, Filter und Beleuchtung in Betrieb. Dann gönnen Sie Ihrem Aquarium eine etwa 5 bis 7tägige Einlaufphase ohne Fische.

Fische einsetzen
Zum Ende der ersten Woche zeigt Ihr Aquarium schon erste Anzeichen von Wachstum. Die Pflanzen haben neue Wurzeln gebildet und vereinzelt sind neue Blätter und Triebe zu erkennen. Das Wasser ist kristallklar. Der Zeitpunkt für das Einsetzen der ersten Fische ist gekommen.Bei der Vielzahl der angebotenen Fischarten ist es sicher nicht leicht, sich nur auf wenige zu beschränken. Beginnen Sie mit Fischen, die leicht zu pflegen sind und auch biologische Aufgaben im Aquarium übernehmen. So sollten algenfressende Arten und Welse zur Restfuttervertilgung zuerst eingesetzt werden. Haben Sie sich für Salmler oder Barben entschieden, denken Sie daran, dass dieses Schwarmfische sind und daher nicht einzeln gehalten werden dürfen. Lassen Sie sich beim Kauf vom Fachhändler über die Bedürfnisse der Fischarten unbedingt ausführlich beraten, denn nicht alle können zusammen gepflegt werden. Es gibt auch eine große Zahl guter Fachbücher, die gerade in den ersten Jahren Ihres neuen Hobbys eine große Hilfe sind. Auch Aquarienvereine wie z.B. unserer Zierfisch Club Bremen e.V. sind gerne bereit, Ihnen bei Problemen oder Fachfragen weiterzuhelfen.Das Einsetzen der Fische sollte sehr behutsam vorgenommen werden, denn durch den Transport sind sie ohnehin großem Streß ausgesetzt. Hängen Sie den Transportbeutel etwa 30 Min. im geschlossenen Zustand in das Aquarium. So wird sich die Temperatur des Transportwassers langsam an die Beckentemperatur angleichen. Danach geben Sie die Fische mit dem Transportwasser in einen Eimer und geben in kleinen Schüben Aquarienwasser dazu. So werden die Fische schonend eingewöhnt. Zum Schluß werden die Fische mit einem Kescher in kleinen Stückzahlen ins Aquarium eingesetzt. Das Transportwasser anschließend nicht ins Aquarium gießen.Die Fischgesellschaft wird nun beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. Sie sollten erst am darauffolgenden Tag das erste Mal gefüttert werden. Beginnen Sie mit kleinen Rationen mehrmals täglich. Bei Ihrem Zoo-Fachhändler steht Ihnen eine breite Palette an artgerechtem Futter von hoher Qualität zur Verfügung. Füttern Sie wenig, denn die die größten Probleme entstehen durch zu viel Futter.

Hier eine kleine Empfehlung für den ersten Fischbesatz:
5 kleine Welse
  z.B. Corydoras hastatus oder C. pygmaeus
2 Platys (gut für die Algenbekämpfung)
1 Paar !!! Zwergbuntbarsche z.B. Apistogramma borelli, A. cacatuoides oder Microgeophagus ramirezi

…. das sollte dann auch schon reichen, wenn es funktionieren soll !!!!

                                                                  
Aquarienpflege
Um ein Aquarium erfolgreich zu betreiben, bedarf es einiger Pflegemaßnahmen.

Tägliche Kontrolle
Überprüfen Sie die Funktionen von Heizung, Filter und Beleuchtung. Beobachten Sie die Fische und prüfen dabei, ob sie sich normal verhalten. Achten Sie auf Verletzungen oder Anzeichen von Krankheiten.

Wasserwechsel
Wechseln sie alle 7 Tage etwa 25 % (ca. 10 Liter bei einem 60 cm Becken) des Beckenwassers. Damit werden Schadstoffe entfernt. Beim Wasserwechsel wird mit einer Mulmglocke der Bodengrund abgesaugt, so dass grobe Schmutzpartikel sowie Pflanzen- und Futterreste gleichzeitig entfernt werden.

Filterreinigung
Reinigen Sie das Filtersubstrat im 4-Wochen-Intervall. Dazu wird das Filtermaterial unter lauwarmem Wasser gut ausgespült um grobe Verschmutzung zu entfernen. Kaltes oder heißes Wasser ist ungeeignet, da dadurch die nützlichen Filterbakterien abgetötet werden.
Kontrolle der Wasserqualität 
In den ersten drei Monaten sollte die Wasserqualität ihres Aquariums 1 x wöchentlich geprüft werden. Später ist alle drei Wochen ausreichend. Mit den Testkits verschiedener Hersteller können Sie alle wichtigen Wasserparameter ermitteln. Der richtige pH-Wert für Ihre Fische läßt sich bei Bedarf problemlos mit zuverlässigen Präparaten einstellen und erhalten. Fragen Sie dazu aber unbedingt einen erfahrenen Aquarianer oder Fachverkäufer!
Zum Schluss noch ein Wort …….
Mit dem Kauf von einem Aquarium mit lebenden Fischen und Pflanzen sollten Sie immer daran denken, dass die Lebewesen in Ihrer Obhut auf Ihre Pflege und Naturverständnis angewiesen sind. Sie sind damit eine ernste Verpflichtung eingegangen und sollten dieses Bewusstsein auch  auf Kinder in Ihrer Familie übertragen. Fische leben auch nur einmal und sind kein Spielzeug! Nur wenn Sie Verständnis für die Bedürfnisse und Pflegeansprüche des Aquariums erfüllen, werden Sie ein schönes und funktionierendes Kleinbiotop zu Hause haben. Wenn Sie Hilfe bei Problemen oder einen Rat benötigen, wenden Sie sich an unsere Aquarianer im Zierfisch Club Bremen e.V. auch im Internet unter www.zierfischclubbremen.de.

Ich wünsche allen Anfängern viel Glück und Erfolg mit einem „Anfänger-Aquarium“
Hans Hirsch


Keine Angst vor neuen Fischen

Eine Anleitung zur Quarantäne von Hans Hirsch

Stellen wir uns kurz folgende Situation vor: Ein Aquarianer, der zu Hause ein 200-Liter-Aquarium besitzt, betritt ein Zoofachgeschäft, um sich mit Futter für seine Fische zu versorgen. Bei der routinemäßigen Durchsicht der Verkaufsanlage entdeckt er plötzlichen die Fische, den er sich schon immer einmal anschaffen wollte. Der Verkäufer ist auch gleich zur Stelle und gib bereitwillig über einige Details Auskunft. Die Fische machen einen gesunden und vitalen Eindruck und passen von den Anforderungen her perfekt zu dem Fischbesatz zu Hause. Dem Aquarianer-Glück steht also nichts mehr im Wege. Mit den Fischen zu Hause angekommen beginnt dann sogleich die Eingewöhnungsprozedur. Zuerst den Beutel ins Aquarium gehängt, um die Temperatur langsam anzugleichen, dann langsames Angleichen durch Einfüllen von Beckenwasser in den Transportbeutel. Nach einer halben Stunde dann der große Moment: die Fische werden mit einem Kescher vorsichtig aus dem Beutel ins Aquarium überführt. Alles richtig gemacht, denn man ist ja schließlich Profi!?? Nun folgen ein paar Tage kompromissloser Freunde an der neuen Fischgesellschaft – alles ist harmonisch und schon fast zu schön. Am darauf folgenden Sonntagmorgen dann der eiskalte Hammer, der das Wochenende eines jeden Aquarianers in Sekundenschnelle zum aquaristischen Supergau werden lässt: unsere Fische sind krank!!!! Etwa die Hälfte aller Fische haben kleine weiße Pünktchen und sehen gar nicht mehr so toll aus. Sofort wird erkannt: wir haben uns eine Ichthyo-Seuche eingehandelt – man ist ja Profi.
Was soll uns diese kleine Geschichte sagen?
1. Auch gesund aussehende Fische können einen nachhaltigen Effekt auslösen und
2. Am Sonntag hat kein Zoohändler geöffnet um einem Profi-Aquarianer ein Mittel gegen Ichthyo zu verkaufen.
Aber wir können uns trösten, denn so schlimm, wie es sich liest, ist es ja nicht, denn es trifft ja immer nur die Anderen??? Für alle, die das nicht glauben, hier ein paar Tipps, wie man es besser machen kann.

Sehr häufig werden in Zoofachgeschäften, Bau- und Discountmärkten sogenannte Einsteigersets zum Superschnäppchenpreis angeboten. Diese 60 cm Aquariensets sind die idealen Quarantänebecken. Fast alles, was für eine professionelle Quarantäne benötigt wir, ist in diesen Sets vorhanden:
1. ein Becken mit einem Netto-Wasserinhalt von 50 Liter (wichtig bei der Dosierung von Medikamenten)
2. eine Abdeckung mit Beleuchtung
3. eine regelbare Heizung in der Stärke von 50 Watt (wichtig bei der Wärmetherapie)
4. Ein ausreichender Filter
5. ein Thermometer
6. ein Käscher
Was uns jetzt zu unserem Glück noch fehlt ist ein kleines Handbuch über Fischkrankheiten oder eine Produktfibel über Medikamente gegen Zierfischkrankheiten (gibt es im Zoofachhandel von mehreren Firmen kostenlos) und natürlich – kranke Fische.
Auch heute ist eine Quarantäne zur Verhinderung und Behandlung von Fischkrankheiten für neue Fische immer noch die erste Wahl. Zugegeben, es ist unbequem eine Quarantäne durchzuführen, aber nur so können wir uns vor größeren Schäden an unserem Kleinbiotop im Wohnzimmer effektiv schützen. Jede Behandlung von Krankheiten im eingerichteten größeren Aquarium kostet ein Vielfaches an Medikamenten und bringt unkontrollierbare Nebeneffekte mit sich, durch die bei der Behandlung in Mitleidenschaft gezogenen Biokulturen im Filter und im Boden. Eine notwendige Behandlung im Quarantänebecken ist kostengünstiger und viel genauer, denn es gibt keine unbekannten Störfaktoren, die eine Therapie erschweren oder gar den Erfolg verhindern. Ein Quarantänebecken muss nicht im Wohnzimmer stehen, sonder findet gegebenenfalls auch im Keller oder im Abstellraum Platz, zumal es ja nur zeitlich begrenzt zum Einsatz kommt.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Unsere Fischuntersuchungsstelle gibt gerne Auskunft und Hilfestellungen bei der Erkennung und Behandlung von Zierfischkrankheiten. Aquarianer, die Krankheitssympthome an ihren Fischen im Quarantänebecken der Untersuchungsstelle schildern, werden natürlich sofort als echte Profis erkannt mit dem gebührenden Respekt von den Fachleuten vom Zierfisch Club Bremen e.V. behandelt.
Ich hoffe, dass ich hiermit dem einen oder anderen Aquarianer der alten Schule in Punkto „Quarantäne“ den Rücken gestärkt habe und vielleicht dazu beitragen kann, Neueinsteigern den rechten Weg zu weisen. Unsere Fische werden uns ein umsichtiges Handeln sicher danken denn ich habe gehört, dass Aquarienfische auch nur einmal Leben!

                                                                                       
                                                                                     


Apistogramma macmasteri

            

 

Foto: Hans Hirsch

Kullander, 1979

Dieser Apistogramma wurde Ende der 60-iger Anfang der 70-iger Jahre im Einzug des Rio Meta bei Villavicencio, Kolumbien, entdeckt.Daher der deutsche Name „Villavicencio-Zwergbuntbarsch".Zur zeit gibt es in der Apistogrammaszene eine kontroverse Diskussion über den Verwandtschaftsgrad von A. macmasteri und A. viejita,da beide Arten kaum zu unterscheiden sind. Bei einem Großhändler in Hildesheim sah ich vor Jahren beide Arten in zwei nebeneinander stehenden Becken. Für mich sahen die Fische gleich aus, waren aber unterschiedlich im Preis.
Meine Frage hinsichtlich der Unterschiede versuchte der Händler mit der etwas anderen Form des Schwanzwurzelflecks zu  erklären. Bei längerem Betrachten konnte ich sowohl bei A. macmasteri als auch bei A. viejite die genannten Merkmale in der Schwanzflosse entdecken. Vielleicht gelingt es den Wissenschaftlern die Unterschiede genau zu definieren. Zur Zeit kann man die Arten ganz deutlich am Preis unterscheiden. Für A. viejita verlangen die Händler wesentlich mehr als für A. macmasteri. Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch gehört zu den farbigsten und robusteren  Arten der Gattung Apistogramma. Adulte Männchen werden etwa 8-9 cm lang, die ersten 3 Flossenstrahlen der Rückenflosse sind lang ausgezogen und die Schwanzflosse ist  zweizipflig. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner, bis 6 cm, und die Schwanzflosse ist gerundet. A. macmasteri wird in der Literatur als polygam bezeichnet, dem kann ich auf Grund meiner Erfahrungen nicht so ohne weiteres zustimmen. Da die Zucht meist in relativ kleinen Becken erfolgt, ist es empfehlenswert, die Tiere paarweise anzusetzen. Nur in großen Becken ab 100 cm kann man dem Männchen mehrere Weibchen zugeben. Die Haltung ist in Becken ab 80 cm möglich. Sie sollten dicht bepflanzt sein, einige Holzstücke oder Kokosschalen sind als Versteck empfehlenswert.

Die Wasserwerte: pH-Wert 6-7, Leitwert um 150 Microsiemens, Temperatur 24-26 °C

Zur Zucht benutze ich meine obligatorischen Zuchtbecken (50x25x30). Die Einrichtung besteht aus schwarzem Sand, zwei halben Kokosschalen, einem bewachsenem Stück Holz und einer Portion Javamoos. Die Wasserwerte pH-Wert 5,5-6, Leitwert 100 Microsiemens  und die Temperatur 27°C. A. macmasteri schreitet bei guter Pflege willig zur Fortpflanzung.
Die Eier werden vom Weibchen an die Höhlendecke geheftet und vom Männchen besamt. Die Brutpflege übernimmt ausschließlich das Weibchen, während sich das Männchen um die Revierverteidigung kümmert. Nach etwa drei Tagen schlüpfen die Larven  und schwimmen  nach weiteren fünf Tagen  auf. Die kleinen „Mackis" nehmen sofort Artemienauplien als erstes Futter. Bei täglich 3-maliger Fütterung und regelmäßigem Wasserwechsel, bei mir alle zwei Tage 50%, wachsen
die Fische schnell heran und haben nach 6-7 Monaten die Geschlechtsreife erreicht.

Anton Maier                                                              


Das Pflanzenaquarium

 

Viele Neueinsteiger, aber auch erfahrene Zierfischzüchter verspüren gerade in der letzten Zeit den Wunsch ein Aquarium mit einer schönen Unterwasserlandschaft nach dem „Naturaquarium-Konzept“ a la Amano zu besitzen.
Das ist für mich eigentlich eine sehr lobenswerte Entwicklung, denn sie bringt uns zwangsläufig dahin, uns eingehend mit der „echten Aquaristik“  zu befassen. Im Gegensatz zu früher steht uns heute eine sehr gute Technik zur Umsetzung unserer Wünsche von den unterschiedlichsten Zubehör Herstellern zur Verfügung. Wasserpflanzengärtnereien haben Systeme entwickelt, mit denen es möglich ist, auch ohne große Vorkenntnisse, die richtigen Wasserpflanzen zu erwerben. Nummern und Buchstabenkombinationen machen die Auswahl eindeutig und unfehlbar. Kataloge und kleine  Anstecker an den Wasserpflanzen liefern die entsprechenden Informationen über die Bedürfnisse der Pflanzenarten und Hinweise  für die Einrichtung und Plazierung im Aquarium. Aber leider kommt es bei einer Vielzahl von Einsteigern aber auch bei „Alten Hasen“ immer wieder zu echten Fehlschlägen, die oft dann zur Aufgabe des Projektes führen. Woran kann das wohl liegen? In der Regel sind solche Pannen auf „wenig Euro in großem Geldbeutel“ oder „totale Selbstüberschätzung des aquaristischen Könnens“ die Ursachen. Leider werden oft die besten Gebrauchsanweisungen der professionellen
Aquarianer von  uns überarbeitet, denn wir meinen oft:  so manches kann man sich durchaus  verkneifen und ist sowieso nur Geldschneiderei.Es ist durchaus möglich, dass ein erfahrener Unterwassergärtner sich das eine oder andere ersparen kann und er durch seine langjährige Erfahrung so manche Ausgabe minimiert. Aber das ist bei Neulingen auf diesem Gebiet leider nicht möglich. Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Aquaristik und dem Umgang mit echten Profis auf dem Gebiet kann ich sagen: Drei billige Fehlschläge sind wesentlich teurer als ein „teurer“ Start nach Vorschrift.

Ein Pflanzenaquarium sollte eine möglichst große Grundfläche haben um ein schönes Panorama zu gestalten. Aber auch die Beckenhöhe ist von großer Bedeutung denn die meisten Pflanzen erreichen eine Höhe von 40 cm und mehr. Grundsatz: Beckenquerschnitt möglichst quadratisch oder Tiefe größer als die Höhe.

Bodengrund

Soll in das Becken eine Bodenheizung eingebaut werden, so ist diese als erstes zu installieren. Leider haben diese Systeme den Nachteil, dass verwurzelte Pflanzen später nur sehr schwer aus dem Becken entfernt werden können. Dabei wird fast immer das Heizkabel aus seiner Befestigung gezogen und ist dann nur schwer wieder neu zu plazieren. Besser sind da schon in der Bodenscheibe vergossene Heizschleifen oder Heizmatten unter dem Becken.   

Die erste Kies-Schicht wird gewaschen und  ohne viel Wasser im hinteren Teil des Beckens verteilt. Der Depotdünger wird mit dem Kies (Körnung  ca. 3-4 mm) im Becken vermischt. Dabei wird die Schicht nur dahin verteilt, wo später Pflanzen eingesetzt werden sollen. Nun wird mit einer super sauberen feinen Kiesschicht abgedeckt und bis zur endgültigen Bodenhöhe aufgefüllt (hinten etwa 8 – 10 cm, vorne 3 – 5 cm). Stufen und Terrassen werden mit Steinen  oder Holz (nicht schwimmend) im Boden eingearbeitet.

Dekoration

Die Dekoration  eines Beckens ist zum Großteil Geschmacksache und sollte so natürlich wie möglich aussehen. Taucher, Schatztruhen, Schiffswracks oder Totenköpfe erzeugen bei mir  allenfalls Mitleid für den Besitzer eines solchen Beckens. Schöne Steine  oder dekoratives Wurzelholz wirken sehr natürlich und sind biologisch gut vertretbar. Alles muß nur zuvor gut gereinigt werden. Schwimmendes Holz sollte gut gewässert werden damit es nicht mehr auftreibt und uns das Gesamtbild ruiniert. Es gibt auch Hölzer, wie z.B. Mahagoni oder  Savannenholz, die von Natur aus nicht schwimmen. Steine müssen auf ihren Kalkgehalt überprüft werden. Dazu wird etwas von ph-Wert senkenden Präparaten über den Stein gegeben. Wenn die Flüssigkeit leicht schäumt gibt der Stein kalkhaltige Substanzen ans Wasser ab und sollte dann lieber nicht verwandt werden. Steine aus dem Zoofachhandel sind  ohne Bedenken einzusetzen, denn sie wurden extra für die Aquaristik ausgesucht (Ausnahme Loch- und Tuffgestein). Es ist ratsam, für ein geschmackvoll gestaltetes Aquarium, mit der Auswahl der Dekoration maßvoll umzugehen denn nur dann wirkt sie harmonisch.

Die Bepflanzung

Wie schon zu Anfang beschrieben gibt es von den Wasserpflanzenanbietern fertige Pflanzpläne mit dazu gehörigen Fotos für eine schöne Aquariumlandschaft. Auch Einkaufspläne mit den für unterschiedliche Beckengrößen richtigen Stückzahlen. Aber solche Pläne und Aufstellungen kann man sich mit etwas Phantasie selbst erstellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass  z.B. eine Mittelgrundpflanze, die etwa 40 cm hoch wird, in einem kleineren Becken als Hintergrundbepflanzung eingesetzt werden muß. Kleinere Aquarien sind eigentlich schwieriger zu gestalten als große Becken. Anfänger oder mit Pflanzenbecken unerfahrene Aquarianer sollten sich bei der Auswahl der Pflanzen immer für Pflanzen mit geringen Pflegeansprüchen entscheiden. Erst später, wenn das Aquarium gut eingelaufen ist, kann man Pflanzen mit höherem Schwierigkeitsgrad einsetzen. Ganz wichtig ist es, dass die unterschiedlichen Lichtbedürfnisse der einzelnen Arten erfüllt werden. Diese gilt es auch in der Folgezeit einzuhalten, denn oft wird nicht bemerkt, dass schnellwachsende Arten sich an der Wasseroberfläche ausbreiten und den lichtbedürftigen, rasenbildenden  Vordergrundpflanzen das Licht nehmen. 

Pflanzendüngung

Für einen guten Wuchs ist die Zugabe von Pflanzendünger von großer Bedeutung. Die richtige Menge ist sehr schwer zu ermitteln, denn damit wird der Aquarianer von den Herstellern und dem Handel nur mit sehr vagen Angaben versorgt. Die Verbraucherinformationen auf den Beipackzetteln geben die Dosierungen immer auf das Wasservolumen bezogen an. Nur sagt das Beckenvolumen recht wenig über die Wasserpflanzenmenge und über ihren Bedarf aus. Die Folge sind oft bei Unterdosierung Mangelerscheinungen und schlechter Wuchs und bei Überdosierung zuerst zunehmender Algenwuchs und zu Schluß stagnierender Pflanzenwuchs. Mein Tipp: nach der ersten Woche mit kleiner Dosierung düngen, dann mit zunehmender Pflanzenmenge die Dosierung erhöhen. Hier ist eine gute Beobachtung der Pflanzen nötig.Man kann auch nicht erwarten, dass Pflanzen innerhalb von ein paar Stunden auf veränderte Verhältnisse reagieren. Hier ist  Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Bei der Zugabe von flüssigem Eisendünger sollte man die verordnete Wochenration auf Tage verteilen. Nur so steht den Pflanzen dieser Dünger auch immer zur Verfügung. Große Wochenrationen werden von gut funktionierenden Filtersystemen schnell abgebaut und erreichen die Pflanzen daher nur an den ersten Tagen. Sehr gut haben sich Eisengranulate wie z.B. Ferrogan bewehrt. Auch Eisendünger in Form von Gelee haben eine gute Langzeitwirkung, da sie sich nur langsam im Wasser auflösen.

CO2 Düngung
Gerade bei größeren Aquarien wird man auf lange Sicht nicht auf eine CO2 Düngeanlage verzichten können. Der Fachhandel bietet eine vielfältige Auswahl bis hin zur computergesteuerten Superanlage an. Ich möchte hier die Leistungsfähigkeit einzelner Modelle nicht bewerten.Nur ein Hinweis: nur Anlagen mit genauen Leistungsdaten und abgestimmten Zubehör erwerben ( z.B. Nachtabschaltung)! Jede Co2  Anlage sollte in der Wirkungsweise durch Dauertests überwacht werden, denn nur so ist ein störungsfreier Betrieb sichergestellt. Anlagen mit großer Vorratsflasche haben den Vorteil, dass der eingestellte Betriebsdruck lange Zeit erhalten bleibt.

Algen

Leider gehören auch Algen in verschiedener Art zu unserem schönen Hobby. Algen sind immer vorhanden- auch wenn man sie nicht sieht. Kommt das Aquarium auch nur etwas aus dem Gleichgewicht werden sie sichtbar. Es ist dann höchste Zeit den Dingen auf den Grund zu gehen. Oft treten Algen in der Einlaufphase ( 1- 6 Wochen) eines Aquariums auf, die man aber mit algenfressenden Fischen leicht in den Griff bekommt. Die häufigste Ursache sind ein Überschuss von Nitrat und Phosphat, die als Ausscheidungsprodukte der Fische im Wasser angehäuft werden. Ein regelmäßiger Wasserwechsel von etwa 30% alle 2 Wochen bei Aquarien ab etwa 200 Liter entfernt die Abbauprodukte und hemmt den Algenwuchs. Kleinere Becken benötigen etwas mehr Pflege: ca. 30% Frischwasser jede Woche. Die elegantere Methode Nitrat und Phosphat
aus dem Wasser zu entfernen, ist der Einsatz von speziellen Filtermaterialien wie Anti-Phos oder Green-EX. Diese Kunstharze haben im Filter eine lange Standzeit und halten den Algewuchs in Grenzen. Algenkiller, also Präparate die Algen chemisch vernichten, lehne ich grundsätzlich ab, den die meisten machen keinen Unterschied zwischen Pflanzen und Algen. Zudem wird das gestörte Milieu noch stärker durch abgestorbene Substanzen belastet. Die Ursache für übermäßigen Algenwuchs bekämpfen die Mittel schon gar nicht.

Merke:

Wer keine Algen hat, versteht sein Aquarium  -  Wer Algen hat, muss noch etwas lernen!  (kleiner Spaß)     

Licht und Filterung

Diese beiden Bereiche habe ich bewusst nicht ausgeführt, da die handelüblichen Abdeckungen technisch gut ausgestattet sind und die Hersteller der Leuchtstoffröhren eine reichhaltige Auswahl an Lichtfarben bereithalten. Auch das Angebot an Filtern ist hervorragend, so dass für jede Beckengröße der richtige Filter erhältlich ist
 

Hans Hirsch                                                                   
 


Internet – Ein gutes Forum für Aquarianer?
 

Nachdem wir mit unserer Homepage im Internet (übrigens Eckhard hat das wie ich finde supertoll gemacht und sollte mit Lob wirklich überhäuft werden!) vertreten sind, muß die Frage natürlich mit „ja“ beantwortet werden. Aber außer unserer Homepage gibt es ja noch jede Menge anderer Seiten, die sich mit unserem Hobby befassen. Letztes Jahr hatte ich ein paar Stunden da drin `rumgestöbert und möchte von meinem Frust berichten.Vorweg muß ich sagen, daß ich ein ziemlicher „Computer-Laie“ bin und sicherlich bei meiner Stöberei einige Fehler gemacht habe und die Suchbegriffe nicht immer genau genug wählte. Im Jahr 2000 wuchs bei mir das Interesse an einer schönen Guppy-Zuchtform. Die sollte reinerbig und eben schön sein. Von Rüdiger Götze habe ich den Tip bekommen, im Internet nach Anbietern zu schauen. Ich habe gemacht und getan, doch außer gewerblichen Anbietern, die mir sehr nach Geschäft und wenig seriös erschienen, hatte ich nichts gefunden. Anscheinend hatte ich die falsche Suchmaschine und falsche Suchbegriffe benutzt oder mich schlicht und einfach zu paddelig angestellt. Jedenfalls hatte ich nach insgesamt 3 bis 5 Stunden Suche nichts gefunden, was mich meinem Ziel näher gebracht hätte. Mittlerweile bin ich übrigens gar nicht mehr so scharf auf Hochzucht-Guppies. Übrigens Rüdiger hatte seinerzeit einen Privatanbieter von schönen Zuchtformen gefunden und ist extra mit der Bahn nach Berlin gefahren, um sich reinerbige, schöne Tiere zu holen. In Berlin angekommen, hatte er bei dem Menschen wirklich schöne Guppy-Männchen gesehen. Die Weibchen hingegen schwammen alle in einem großen Becken, alle verschiedene Stämme in einem Becken. Zusätzlich in diesem Becken schwammen aber auch zwei kleine Feld- und Waldmännchen!!! Daß Rüdiger nicht mit einer Klage wegen Beleidigung und/oder Körperverletzung im Gepäck die Rückfahrt angetreten hat, war meiner Meinung nach reiner Zufall und Glück für diesen „Züchter“.Meine nächste Suche startete ich, als ich vergeblich versuchte, meine Corydoras schwartzii zum Ablaichen zu bewegen. Vielleicht ließen sich ja nützliche Tips (nur mit einem „p“ aus Protest gehen die Rechtschreibreform!) finden. Diesmal hatte ich mehr Glück und fand einen Aquarianerfreund in Bayern, mit dem ich in einen regen eMail-Austausch eintrat. Abgesehen davon, daß auch diese Tips nicht fruchteten, fand ich meine eMails auf einer anderen Homepage von dem Bayern wieder. Da stellte sich heraus, daß er ein „Professioneller“ war, der gewerblich Pflanzen, Fische etc. verkaufte und durch eingegangene eMails in Form von Anfragen an ihn seine große Fachkompetenz
darstellen wollte, und so wahrscheinlich seine Geschäfte ankurbeln wollte. Über diese Veröffentlichungen war ich natürlich nicht erfreut, denn ich kam mir  verschaukelt vor, dienten doch meine Fragen nur seinem Geschäft. Er hätte mich zumindest fragen müssen.
 Auch durch sonstiges Herumstöbern landete ich eigentlich meistens immer nur bei gewerblichen Anbietern. Mein Frust ist ziemlich groß und ich nutze das Internet für aquaristische Fragen nicht mehr. Als mein persönliches Fazit ziehe ich, daß die Vereine sich stärker im Internet präsentieren sollten und via Internet, Suchenden mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten. Das erfordert natürlich viel Zeit und Arbeit. Wieder einmal ist der Zierfischclub Bremen e.V. mit seiner Homepage und dank der enormen Arbeit von Eckhard in eine Vorreiterrolle geschlüpft.
Nun gilt es, Eckhard in seiner Arbeit zu unterstützen.

MatthiasFischer                                                               


`Mal `was Neues – Louisiana-Zwergflußkrebs

Zuchtbericht über Cambarellus shufeldtii

 

Von einem befreundeten Aquarianer, den ich auf unseren Börsen kennengelernt habe, hatte ich im September 2001 fünf erwachsene und zwei kleine Louisiana-Zwergflußkrebse erstanden. Diese kleinen, wie „richtige“ Langusten aussehenden Krebse hatten es mir gleich angetan. Cambarellus shufeldtii sind rötlich braun bis grau, die Weibchen sind deutlich stärker pigmentiert. Im Internet fand ich einen Bericht über diese Krebschen. Danach werden die Weibchen etwa 30 mm und die Männchen etwa 25 mm groß. Nach meiner Beobachtung werden die Tiere jedoch ein wenig größer. Die Weibchen sind bei mir im Alter doch Richtung 5 cm groß, dagegen bleiben die Männchen mit 4 cm ein beträchtliches Stückchen kleiner.Die Krebse hältere ich ohne viel Tamtam in einem kleinen Becken (30 x 40 x 25 cm) bei ca. 24 ° C und einem pH von 7,0 bis 7,8. Die Gesamthärte beträgt etwa 14 – 16 °. Das Becken sollte mit vielen Versteckmöglichkeiten eingerichtet sein.
Bei mir verwende ich sehr viel Javamoos und kleine Bambusröhrchen mit verschiedenen Durchschnitten. Gerade die Röhrchen scheinen mir sehr wichtig, denn hierin ziehen sie sich zurück, strecken ihre Scheren raus und verteidigen so ihre Behausung. Da sie sich von Zeit zu Zeit häuten und nach der Häutung der Panzer für einige Stunden sehr weich und damit anfällig ist, benutzen sie solche Höhlen auch, um sich von den Strapazen der Häutung und aufdringlichen anderen Krebsen zu schützen. Trotzdem kann es schon einmal vorkommen, daß das ein oder andere Beinchen oder eine Schere bei Auseinandersetzungen verloren geht. Nach der nächsten Häutung ist vorher Fehlendes jedoch wieder da. Ich füttere normal, daß heißt es gibt 6 mal pro Woche Bodentabletten, Flockenfutter, dann und wann Frostfutter. Laut Literatur sollte auch mit totem Eichenlaub gefüttert werden, was ich bislang noch nicht gemacht habe und dabei keine Mangelerscheinungen festgestellt habe. Wo da der Sinn liegt, weiß ich nicht. Aber anscheinend ist es auch nicht notwendig.

Achtung: Zart Beseidete bitte jetzt nicht weiterlesen: Als Bonbon gibt es jeden 2. Tag an der Scheibe zerdrückte Posthornschnecken! Sofort stürzen sich die Zwergkrebse auf das Schneckenfleisch und im dichter besetzten Becken beginnt ein harter Kampf um diese Leckereien mit vielen Drohgebärden, Schiebereien und sonstigen Formen der Auseinandersetzung.  Zur Alterserwartung kann ich noch nicht viel sagen. Laut Internet-Angaben liegt sie bei etwa zwei Jahren. Ich denke, die Altersgrenze hängt stark ab von der Hälterungstemperatur, die angegeben wird mit10 °C bis 30 °C; der Hauptbereich sollte zwischen 20 °C und 25 °C liegen. Die Zucht ist sehr einfach, aber auch sehr interessant. Das Männchen schlendert so beiläufig am Weibchen vorbei, tickt 3, 4 mal mit seiner Schere auf dem Panzer des Weibchens, das sich sodann auf den Rücken dreht. Mit dem Paarungsstachel direkt hinter dem letzten Laufbeinpaar übergibt das Männchen das Spermienpaket. Danach verharren beide noch 3 – 5 Minuten und gehen dann wieder ihrer Wege.Dieses Verhalten scheint mir auch für Menschen recht interessant, ist es doch sehr unkompliziert und die Männer müssen nicht immer nett und charmant sein. Aber das ist nur so ein Gedanke, der mir bei der Beobachtung der Krebse so in den Kopf kam ....

Die Weibchen tragen die dunklen Eier etwa 3 Wochen unter dem Hinterleib und drehen sie mit ständigen Bewegungen. Nach dem Schlüpfen werden die etwa 3 – 4 mm großen Jungtiere noch 2 Tage getragen. Danach sind sie auf sich allein gestellt. Das Weibchen häutet sich nach dem Vorgang und trägt sehr bald wieder 10 – 30 Eier. Die Jungtiere sind sehr schnellwüchsig und haben nach 2 Monaten bereits eine Größe von 2,5 – 3 cm erreicht. Bereits mit dieser Größe tragen auch die jungen Weibchen schon wieder Eier.

Matthias Fischer                                                        


Apistogramma eunotus und moae

Eine Beschreibung mit dem Versuch der Artenabgrenzung

 

Schön, das wir sie haben: Unsere Vereinszeitung! Gibt sie uns doch die Gelegenheit, Einblicke darüber zu erhalten, was die lieben Vereinskollegen im Rahmen der Aquaristik so treiben. Somit dürfen wir immer wieder auch interessante Pflege- und Erfahrungsberichte über Arten lesen, die nicht selten für viele unbekannt sind oder bis dahin unbeachtet waren. Gerade von solchen Berichten können die sogenannten „grauen Mäuse“ in der Aquaristik profitieren. Sei es, um die Art selber und/oder ihre oftmals interessanten Verhaltensweise vorzustellen, oder einfach die persönliche Erfahrung weiterzugeben. Nicht selten stellt der Leser dabei fest, daß die „grauen Mäuse“ gar nicht mehr so grau sind. Ausdauernde aquaristische  Arbeiten lassen oftmals solche Tiere in farbenprächtige, attraktive Fische „verwandeln“.

Vor diesem Hintergrund möchte ich in dieser Ausgabe zwei Arten vorstellen:

Apistogramma eunotus  („Hochrücken“-Zwergbuntbarsch, Kullander 1981)  und 

Apistogramma moae  (Orangenstreifen“Apistogramma, Kullander 1980).

Zunächst einmal einige Worte zur Unterscheidung dieser Arten. Gelegentlich bietet der Handel A eunotus an, wenn auch leider oftmals nicht die schönsten Representanten dieser Art. Im vergangenen Jahr wurde mir mehrmals erzählt, A. moae sei in der Zoohandlung angeboten wurden; nicht wenige haben dieses Angebot wahrgenommen und sich diesen Fisch in verschiedenen Handlungen gekauft. Mit fast 100%-iger Sicherheit möchte ich behaupten, dass es sich dabei nicht um A. moae gehandelt haben wird. Vielmehr wurden A. eunotus angeboten und als A.moae verkauft. Beide Arten werden verwandtschaftlich in die A. regani-Gruppe gestellt und bilden zusammen mit A. cruzi den A.eunotus-omplex. Man kann bereits erahnen: A. eunotus und A. moae sehen sich sehr ähnlich – zumindest bei einem flüchtigen Blick. Tatsächlich lassen sich diese Arten deutlich unterscheiden, meine ich. In meiner Zuchtanlage habe ich ohne Hintergedanken A. moae in einem Becken direkt neben A. eunotis untergebracht. Beide Zuchtbecken (50x40x30 cm) wurden wie üblich eingerichtet: dunkler Bodengrund 2-3 halbierte Kokosnussschalen als Bruthöhle, etwas Javafarn und Javamoos als Bepflanzung, Wasserwerte bei pH 6 und 100 Mikrosiemens. Beide, vom Handel so gerne verwechselten Arten, ließen sich nun gut

beobachten und vergleichen. Bei der Unterscheidung sollte man auf folgendes achten: A. moae zeigt ausgeprägter als A. euotus auf  dem vorderen Teil des Unterkörpers Fleckenreihen, die auch als kleine Punktreihen zu sehen sein können und sich bei besonders schön gefärbten Tieren zudem auf den hinteren Teil des Körpers verteilen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum A. eunotus  ist, dass A. moae ein deutlich breiteres Längsband aufweist. A. moae fehlt der Brustfleck und hat keine Unterbauchstreifen. Innerhalb der Gattung gilt A. moae als schwierig zu bestimmende Form. Die Art weist leider kein einzelnes typisches Merkmal auf. Damit ist eine Artzuordnung ohne dem Risiko einer Verwechslung problematisch. Die Kombination verschiedener Merkmale ermöglicht jedoch die Identifizierung. Erwachsene Männchen weisen wie erwähnt rotorange Punkte unterhalb des Längsbandes zwischen Afterflosse und Kopf auf. Häufig sind diese auch auf den Kiemendeckel zu sehen. A. moae ist hochrückig, seitlich zusammengedrückt (besonders das Weibchen) und weist keine auffälligen von der Grundform abweichende Flossen auf. Der Körper kann metallisch glänzend sein. Ein Seitenfleck ist nur selten angedeutet. A. moae hat einen runden Schwanzwurzelfleck, der bei A. eunotus oftmals länger gestreckt ist. Ein Brustfleck, der bei A. eunotus oft sehr deutlich ist, fehlt. Männliche ausgewachsene A. eunotus sind hochrückiger als A. moae. Typische Bestimmungsmerkmale von A. eunotus sind außerdem: gerundete Schwanzflosse, das dünne und nur zeitweise erkennbare Längsband, eine Rückenflosse ohne verlängerte Membranen. Wir dürfen sicher sein, dass der „echte“ A. moae von nur sehr wenigen Züchtern in Deutschland gehalten wird. Die Haltung und Zucht lässt sich schnell zusammenfassen. Beide Arten sollten „apistogrammagerecht“ gehalten werden. Haltung paarweise in einem wie oben beschriebenen Zuchtbecken oder zum Bestaunen in einem schön eingerichteten Pflanzenschaubecken, welches viele Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen, Wurzeln, dichter Bepflanzung beinhalte sollte. In einem solchen Becken  lassen sich gerne auch gut mehrere Weibchen mit einem Männchen beobachten, die in einem ruhigen Becken zur vollen Farbentfaltung kommen. In einem größeren Becken lassen sich durchaus auch zwei Männchen halten. Zur Haltung sollte der pH-Wert nicht im alkalischen  Bereich liegen, der Leitwert kann durchaus der unseres Leitungswassers sein

(nicht höher als 500 Mikrosiemens), wobei geringere Werte zu empfehlen sind; eine Temperatur zwischen 24 und 27°C ist empfehlenswert. Für den Zuchtansatz sind anfangs beschriebene Wasserwerte zu bevorzugen. In der Ernährung gehören diese zwei Zwerge zu den anpassungsfähigeren Arten; d.h. auch industriell gefertigtes Futter wird genommen.Dies sollte aber auf ein Minimum beschränkt werden. Hat man es nicht gerade lebend zur Hand, sollte man zumindest  auf  Frostfutter

zurückgreifen. Lebende Cyclops stellen jedoch  der Erfahrung nach, das wertvollste Futter dar. Die Zucht entspricht dem für Apistogramma bekannten Muster, d.h. die Eier werden an der Höhlendecke abgelegt, Männchen und Weibchen betreuen das Gelege, wobei sich das Männchen überwiegend um die Revierverteidigung bemüht. Nach ca. 10 Tagen beginnt das Weibchen die Jungtiere aus der Höhle zu führen. Erfahrene Zuchttiere beider Arten pflegen lange und intensiv, wenn man sie lässt... Zur Aufzucht bieten sich frisch geschlüpfte Artemien sowie durchgesiebte Cyclops an. Dem (für Apistogramma recht schnellem) Wachstum der Jungfische sollte die Größe des Futters angepasst werden.Denkt man beispielsweise an A. eunotus als Wildform so denkt am an einen  grauen, relativ unscheinbaren Zwergbuntbarsch. Heute lassen sich in den Aquarien der Züchter A. eunotus Männchen als Apistogramma bewundern, dessen Schwanz- und Rückenflosse rot/orange ausgefärbt ist. Rötliche Ansätze lassen sich auch an der Brustflosse sowie an den Kiemendeckel erkennen.Die Schuppen des Körpers oberhalb der Bauchregion schimmern bläulich.Die Rückenflosse ist oftmals ausgezogen. Was für ein herrliches Tier! Auf dem Foto ist mein A.eunotus Zuchtmännchen zu sehen. Mit diesem Fisch wurde aquaristisch jahrelang gearbeitet, um solche Ergebnisse zu erzielen. Ich bin davon überzeugt, das sich

A. eunotus in den nächsten Jahren noch farblich attraktiver zeigen wird.                                            

Denken wir in diesem Zusammenhang an A. hongsloi...

 

Apistogramma eunotus

Foto:H. Hirsch

Auch der A. moae, farblich steht er dem A. eunotus noch etwas zurück, zeigt bei mir in der Anlage durchaus schöne Farbansätze. Die männlichen Tiere meiner Nachzuchten zeigen einen deutlichen Rotanteil in After-, Rücken- und Brustflosse. Mit der Entwicklung der Nachzuchten beider Arten bin ich schon sehr zufrieden. In den nächsten Jahren werde ich mit diesen Arten jedoch weiter intensiv arbeiten. Dieser Bericht soll etwas dazu beitragen, das Interesse an Arten, die oftmals m Börsenbecken oder einer anderen Verkaufsanlage unscheinbar aussehen, zu wecken. Unscheinbar sind meine A. eunotus längst nicht mehr. Das Studium des Verhaltens beider Arten lohnt sich sowieso. Schöne Nachzuchten beider Arten kann ich momentan an den interessierten Aquarianer abgeben.

Sven Stahmer                                                                             


Corydoras sterbai
 

Der Corydoras sterbai wurde 1962 von Knaack zum ersten Mal beschrieben. Beheimatet ist dieser Wels in Brasilien, im oberen Rio Guaporé in der Umgebung von Pontes e Lacerda. Eine Größe von 6 cm ist bei diesem Wels keine Seltenheit. Bei einer Temperatur von 23 bis 28° Grad C kann dieser Wels gehalten werden. Die Kopfform ist kurz und gedrungen und die Körpergrundfarbe dunkelgrau.Zur Zucht setze ich 2 Männchen und 1 Weibchen in einem Becken (60/30/30) an.

Der Boden wird mit Quarzsand bedeckt. Gefiltert wird mit einem Luftbetriebenen Schwammfilter.

In den nächsten Tagen werden die Welse mit verschiedenen Futtersorten (Mückenlarven, Enchyträen, Grindalwürmern, und andere guten Futtersorten gefüttert. Nach dem 5. Tag wird ein strammer Wasserwechsel durchgeführt.

  

Corydoras Sterbai

Foto: H.Hirsch

Das Becken wird mit temperierten Wasser (21°C) wieder befüllt. Mit einem Regelheizer wird das Wasser langsam auf 27°C erwärmt. In der Regel laichen die Welse am 3. oder 4. Tag in den Abendstunden ab. Die Befruchtungsrate liegt bei 70 bis 80% und die Eier haben eine Größe von 1,8 mm. Der Corydoras sterbai heftet 30 bis 200 Eier an die Scheiben ab. Die Welse schlüpfen bei 25°C nach ca. 4 Tagen. Die Futteraufnahme beginnt nach 2 bis 3 Tagen. Als Erstfutter werden frisch geschlüpfte Artemien Nauplien verfüttert. Es ist ganz wichtig das frisch geschlüpfte Artemien verfüttert werden, denn mit älteren Artemien können die Welse nicht fertig werden.Ich habe beobachtet, dass die kleinen Welse nach Fütterung mit älteren Artemien absterben. Dieses habe ich öfters beobachtet und dadurch einige Nachzuchten verloren. Die Jungwelse wachsen bis zu 1,5 cm sehr schnell, danach muss man viel Geduld aufbringen, bis die Welse eine Größe von 3,5 cm haben. 

Peter Franzek 

Literaturnachweis Die faszinierende Welt der Corydoras

Werner Seuß

Landbuchverlag                                                                        


Schneckencichliden im Aquarium 

Seit nunmehr 20 Jahren beschäftige ich mich, neben anderen Cichlidenarten, in erster Linie mit der Haltung, Zucht und Verhaltensforschung von Schneckencichliden aus dem Tanganjikasee. Auf diese Weise kommt eine ganze Menge an Erfahrung zusammen. Es ist keinesfalls so, dass sich alle Arten in den verschiedenen Gattungen in ihren  Lebensgewohnheiten gleichen. Den meisten Aquarianern sind nur sehr wenige Schneckencichliden bekannt. Darüber hinaus wird häufig die Ansicht vertreten – kennst du eine Art – kennst du alle. Diese These ist völlig falsch. Nur wenige Arten zeigen ähnliche Verhaltensstrukturen und innerartlich gibt es auch noch unterschiedliche Charaktere.In den Gattungen Altolamprologus, Lamprologus, Neolamprologus, Lepidiolamprologus und Telmatochromis kommt es bei einigen Arten zu Schneckenbrutverhalten. Diese Arten kommen in Tiefen zwischen 1 und etwa 100 Metern Wassertiefe vor. Das Wasser des Tanganjikasee hat eine Gesamthärte von etwa 12 º und einen pH-Wert von 7,5 und mehr. Die Temperatur liegt bei durchschnittlich 26 Grad.Es ist mir natürlich hier nicht möglich, über alle Besonderheiten der von mir bis zu diesem Zeitpunkt gehaltenen und gezüchteten Arten ausführlich zu berichten. Daher werde ich im Folgenden über drei verschiedene Arten kurz berichten, die vielleicht ein wenig neugierig machen.

Das Aquarium für Schneckencichliden

Beckengröße: ab 60 cm

Technik: kräftiger Filter mit einer Umwälzung von etwa dem 3- bis 4-fachen des Beckenvolumens

Wassertemperatur: 26 bis 27 Grad

Bodengrund: feiner Quarz- oder Lotsand etwas 4 - 6 cm hoch

Dekoration: Steinaufbauten im hinteren Beckenteil 

Lamprologus ocellatus „Silver Stream“ Steindachner 1909

Lamprologus ocellatus ist im Grunde eine der ersten Arten, die hier als Schneckencichliden bekannt geworden sind. Schon Anfang der 80er Jahre gab es die ersten Importe für die Aquarianer in Deutschland. Die zu dieser Zeit gepflegten Vertreter kamen aus Burundi, dem nördlichen Teil des Sees. Inzwischen sind Gold-ocellatus, Blue-Isanga und Yellow-fin aus Sambia bekannt geworden. Die Ortsvariante Silver Stream hat eine braunbeige Grundfärbung mit einer bläulichen Zone im zentralen Bereich der Flanken. Die Geschlechter unterscheiden sich zum einen von der Größe her, da die Männchen etwa 50 mm und die Weibchen  ca. 45 mm groß werden. Zum Anderen zeigen die Weibchen im hinteren Teil der Dorsale einen weißlichen Saum, der beim Männchen gelblich ist. Mittlerweile sind fünf unterschiedlich gefärbte Varianten bekannt geworden. Der „Silver Stream“ kommt aus dem südlichen Teile des Sees und ist wohl die farblich attraktivste Entdeckung der letzten Zeit.

Möchte man sich mit der Haltung und Zucht von Lampr. ocellatus befassen, so reicht für ein Pärchen schon ein Aquarium von 60 cm Kantenlänge aus. Ein paar Steinaufbauten im Hintergrund des Beckens und feiner Lotsand als Bodengrund reicht als Einrichtung vollkommen aus. Ein Innenfilter und ein Regelheizer stellen eine gute Wasserqualität mit einer Temperatur von 26 Grad sicher. Lampr. ocellatus  benötigt pro Tier mindestens ein Schneckenhaus. Gehäuse der Neothaumaschnecke aus dem Tanganjikasee stehen leider nicht immer zur Verfügung, daher können auch alternativ Gehäuse der Weinbergschnecke eingesetzt werden. Die Gehäuse werden so in das Becken gelegt, dass sie etwa 20 cm Abstand zueinander haben. Das Eingraben und Ausrichten der Gehäuse übernehmen die Tiere dann schon selber. Dieses ist auch gleich der Moment, den man als Pfleger nicht versäumen sollte. Mit einem enormen Aufwand an Kraft werden unter den Gehäusen Gruben ausgehoben und die Gehäuse so gedreht, dass die Tiere später horizontal in das Innere des Gehäuses gelangen können. Hat das Schneckenhaus in der Grube seine optimale Position eingenommen, wird wieder Sand über das Gehäuse gewedelt und geschaufelt, so dass nur noch der Eingang im Sand sichtbar ist.Bei dieser Prozedur kann es zwischen den Männchen und Weibchen zu kleineren aber ungefährlichen Raufereien kommen. Rückt das Weibchen mit seiner Behausung zu weit in das Männchenrevier, so wird das Männchen dem Weibchen das Gehäuse kurzer Hand wieder zuschaufeln. Daher ist es zu empfehlen, ein paar mehr Schneckenhäuser zur Auswahl anzubieten. Hat das Paar sich nach etwa zwei Wochen eingelebt, wird im Gehäuse des Weibchens abgelaicht. Tief im Inneren werden etwa 20 – 40 Eier,
je nach Alter des Paares, vom Weibchen abgelegt und vom Männchen befruchtet. Nach 3 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eihüllen und werden noch etwa eine Woche vom Weibchen weiter betreut. Ständig wird durch kräftiges Fächeln den Larven sauerstoffreiches Wasser zugeführt. Am 10. Tag nach der Eiablage erscheinen die Jungfische das erstemal am Eingang des Schneckenhauses. Dort werden sie vom Weibchen bewacht. Abends kehren die Jungfische immer in die Wohnhöhle zurück. Mit zunehmendem Alter unternehmen die Jungen immer weitere Ausflüge um das Schneckenhaus herum und wechseln gelegentlich auch in das Männchenrevier.Oft kann man auch beobachten, das die Jungfische in dem Schneckenhaus des Männchens untergebracht sind. Die Ernährung der Jungfische kann mit frisch geschlüpften Artemien oder feinem Staubfutter aus der Dose sichergestellt werden. Sind die Jungfische etwa vier Wochen alt, kann es vorkommen, dass das Weibchen wieder laichbereit ist. Dann werden sie aus dem Weibchenrevier vertrieben.
Ein  kleiner Teil kommt beim Männchen noch einige Zeit unter, der größte Teil ist aber auf sich gestellt. Zur weiteren Aufzucht sollten sie in einem separaten Becken untergebracht werden. Beim Herausfangen wird eine weitere Besonderheit dieser Art sichtbar. Die Jungfische können blitzschnell im feinen Bodengrund verschwinden und kommen erst nach ein paar Minuten wieder zum Vorschein.

 

Lamprologus ocellatus „Silver Stream“  
Foto: Hans Hirsch
 

Eine weitere interessante Art ist Neolamprologus brevis - Boulenger 1899. Auch von dieser Art sind unterschiedliche Ortsvarianten bekannt und verbreitet. Die Grundfarbe besteht aus deinem dunklen Beige mit zahlreichen feinen Querstrichen auf dem Körper. Am Kopf sind zudem blaue Linien sichtbar. Grundsätzlich unterscheiden sich die südlichen Varianten durch eine Zeichnung der Schwanzflosse von den nördlichen Vertretern dieser Art. Leider wird Neol. brevis oft mit Neol. calliurus verwechselt. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal ist die gegabelte Schwanzflosse bei Neol. calliurus.

Möchte man sich mit Neol. brevis beschäftigen, sind die Anforderungen bei der Unterbringung ähnlich wie bei Lampr. ocellatus. Nur bei der Anzahl der Schneckenhäuser gibt es große Unterschiede, denn diese Art benötigt pro Paar nur ein Schneckenhaus, das so in den Bodengrund eingegraben wird, daß die Tiere senkrecht in das Gehäuse eintauchen können . Die Geschlechter lassen sich leicht unterscheiden, denn alleine der Größenunterschied ist ganz beträchtlich. Die Männchen werden etwa 55 mm groß, während die Weibchen schon mit ca 35 mm ausgewachsen sind. Diese Art hat von allen Schneckencichliden die engste Bindung ans Schneckenhaus, indem sie bei der kleinsten Störung sofort verschwinden. Das Weibchen entfernt sich nur sehr selten weiter als 10 cm von der Wohnhöhle um bei Gefahr sofort als erstes zu verschwinden. Das Männchen folgt sofort nach. Dieser Umstand ührte in den ersten Jahren des Imports auch dazu, dass nur Männchen gefangen wurden, da die Fänger nur die Männchen aus den Gehäusen schüttelten und die Weibchen mit dem Schneckenhaus im See ließen. Die Nachzucht erfolgt in der ersten Phase ähnlich wie bei Lampr. ocellatus. Auch die Jungfische dieser Art benötigt bis zum ersten Erscheinen am Eingang der Bruthöhle etwa 9 bis 10 Tage. Haben die Jungfische, die auf dem Bodengrund aufgrund ihrer Farbe und Größe nur sehr schwer zu erkennen sind, die Bruthöhe verlassen,kehren sie nur sehr selten wieder zurück. Die Brutpflege der Eltern beschränkt sich lediglich auf die Verteidigung des Revieres gegen schwache Freßfeinde. Bei Gefahr sinken die Jungen sofort reglos zu Boden und bewegen sich erst wieder, wenn die Gefahr vorbei ist.

   

Neolamprologus brevis „Sun Spot“
Foto: Hans Hirsch

Zum Abschluß möchte ich die Leser noch mit einer weiteren interessanten Art bekannt machen.
Auch innerhalb der Gattung Telmatochromis kommt es zu  Schneckenbrutverhalten. Ich möchte hier
Telmatochromis burgeoni - Poll 1942 vorstellen. Im Gegensatz zum üblichen Erscheinungsbild der Gattung Telmatochromis ist T. burgeoni nicht langgestreckt sondern eher kurz und gedrungen. Auch die kontrastreiche hell/dunkel Färbung sucht man T. burgeoni vergeblich. Die Geschlechter lassen sich auch bei dieser Art anhand der Größe leicht unterscheiden. Die Männchen können eine Länge von etwa 9 cm erreichen. Die Weibchen bleiben da mit etwa 5 – 6 cm deutlich kleiner. In der Färbung unterscheiden sich die Geschlechter nicht. Bei der Beckengestaltung sollte man auf ausreichende Steinaufbauten in der Nähe der Schneckengehäuse achten, da das Männchen aufgrund seiner Körpergröße im Alter nicht mehr in ein Schneckenhaus paßt. Diese Art kann daher als eine Zwischenstufe in der Entwicklung zum Schneckenbrutverhalten angesehen werden. Bei der Reviergestaltung graben die Tiere unter den Schneckengehäusen eine Grube, so dass möglichst viele Gehäuse darin absinken.Das Laichverhalten ist ähnlich dem der zuvor beschriebenen Arten. Auch die Zeitabläufe der Larvenentwicklung verhalten sich ähnlich. Die Besonderheit bei  Tel. burgeoni besteht im Wesentlichen darin, dass diese Art dazu neigt, bis zu drei Generationen ihrer Nachkommen im Revier zu dulden, ohne dass es zu größeren Ausfällen kommt. Erst dann kommt es zum Verstoß der ältesten Generation, die dann eigene Reviere mit großer Distanz zum Elternrevier bilden. Die Ernährung dieser Art ist nicht sehr schwierig. Auch hier sollten in Abwechslung, wie bei allen anderen Schneckencichliden, Insektenlarven als Frostfutter und Trockenfutter mit Grünflockenanteil gegeben werden.
In all den Jahren meiner Beschäftigung mit den Schneckencichliden habe ich weit über 20 Arten und Ortsvarianten gepflegt und gezüchtet ohne dass ich es als langweilig empfunden habe. Im Gegenteil – mich haben die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten immer wieder begeistert. Ich bin überzeugt, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird. Sollte jemand Interesse verspüren, es einmal mit Schneckencichliden zu versuchen, würde ich mich freuen und helfe auch gerne bei Problemen weiter.

Aber Vorsicht – eine gewisse Suchtgefahr besteht schon!

HansHirsch

                                                                                 


Aquaristik – Hobby ……oder Sucht???
oder gar nur Kommerz????


Ein kleiner Junge (10 Jahre alt) bekommt ein 60-cm Aquarium geschenkt. Er ist so begeistert, dass er vom „Virus Aquaristikus“ befallen wird. Voller Neugier versucht er sich Wissen über seine neuen Pfleglinge (Guppies, Schwertträger und Platies) anzueignen und sie auch zuvermehren. Bei Wasserwerten von ca. 40°GH und einem ph-Wert von etwa 7,6 ist das auch kein Problem. Das Futter wird in den nahegelegenen Tümpeln gefangen. So mancher ungewöhnlicher Beifang (Molche, Kaulquappen u. ä.) landet im Gurkenglas. So wird auch das Interesse an der Umwelt geweckt. Voller Stolz fragt er im nächsten Zoogeschäft, ob die Nachzuchten erworben werden. Der Händler sieht den Jungen in seinem Enthusiasmus und nimmt die Fische für eine Dose Futter entgegen. So geht es einige Male und es entwickelt sich so etwas wie eine freundschaftliche Beziehung zwischen den Beiden. Sehr viel Zeit verbringt der Junge nun im Aquariengeschäft. Er löchert den Fachmann mit allen möglichen und unmöglichen Fragen, so lernt er GH, KH, ph-Wert, Nitrit, Nitrat und viele andere Dinge kennen. Jede verfügbare Literatur wird förmlich verschlungen. Für die Nachzuchten werden jetzt nützliche Dinge wie Heizer und Filter erworben. Auch die ersten Bücher und Zeitschriften kommen dazu. Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann gibt es noch nicht. Irgendwann bekommt er ein zweites Aquarium. Der Wunsch nach anderen Fischen erwacht. Bald schwimmen Salmler und auch ein Skalar in dem neuen Becken.

Bei einem Besuch bei einem Spielkameraden sieht er ein großes Aquarium (ca. 200l) im Garten stehen, voller Müll. Man war froh dass sich jemand für diesen Kasten interessiert und der Junge bekommt es geschenkt. Mit einem Handwagen wird das schwere Teil nach hause gebracht. Ablehnung und Bedenken werden beseitigt. Die Neuerwerbung wird mühselig Instand gesetzt. Endlich können Fische im größeren Stil vermehrt werden.
Die Jahre vergehen, der Junge wird älter. Das erste Geld wird verdient und es werden nach und nach noch einige Aquarien angeschafft. Da die Qualität seiner Lebendgebärenden gut ist, findet er immer dankbare Abnehmer. Mit dem so erworbenen Geld wird die Technik in den nun vorhanden 10 Aquarien verbessert und vervollständigt. Mit 20 erreicht ihn der energische Ruf von „Vater Staat“, und er muss zur Bundeswehr. Und die Anlage?? In Einzelteilen wird sie nach und nach verkauft. Die Literatur wird im Keller eingemottet.

Es folgen acht Jahre bei der Marine, viel unterwegs und kein festes Domizil. Also ist an ein Weiterführen der Leidenschaft nicht zu denken. Aber egal wo er ist, jedes Aquariengeschäft, das zu finden ist, wird besucht. Selbst Vereinsabende von Aquarienvereinen in Flensburg und Sonthofen werden besucht. So ist er immer im Bilde was in der Aquaristik passiert. Der Diskusboom geht auch nicht spurlos an ihm vorbei. Wenn schon keine Fische, dann doch wenigstens Bücher. Schmidt-Focke, Wattley, Degen usw. ..alles musste her. Diskusjahrbuch alle 20, Diskusbrief, er hat 18 Jahrgänge, TI- von Band 1 bis heute, Aquarium Heute von Anfang an, DATZ, Das Aquarium.. alles vorhanden.

Endlich … die Bundeswehrzeit ist vorbei und eine erste kleine Wohnung ist vorhanden. Auch wenn kaum Platz ist, ein Aquarium muss her. 50 cm müssen genügen, nicht groß aber wenigstens wieder ein Aquarium (sehr zum Leidwesen meiner Freundin). Bald kommt eine größere Wohnung….. und auch ein größeres Aquarium. 330l, offen, mit HQL-Lampen, Rieselfilter, Bodenheizung und CO2-Anlage (da ist die ehemalige Freundin und jetzige Ehefrau nicht sehr erfreut). Aber das mit viel Liebe eingerichtete Becken ist ein echter Blickfang, es wird letztlich doch akzeptiert. Auch der kleine Sohn findet das „lebende“ Bild gut, nichts beruhigt ihn schneller.

Bei einem Bekannten sieht er ein 2000l-Aquarium mit Diskus. Sehr oft sitzt er bei ihm und hört sich immer wieder die Geschichte des Beckens als Seewasseraquarium an. Aber das stört nicht der Anblick der traumhaften Diskus entschädigt dafür. So kommt, was kommen muss… bald
Schwimmen die erasten Diskus im eigenen Aquarium. Da dies nicht ohne Probleme geht, braucht er Hilfe. Die findet er in einem Aquarienverein. Endlich Gleichgesinnte mit denen man stundenlang fachsimpeln kann. Er wird bald Vorstandsmitglied und nicht lange danach Vorsitzender. Auch im VDA-Bezirk engagiert er sich, ist zeitweise 2.Stellvertreter. Es folgen aquaristische Weiterbildung z.B. Preisrichter-Schulung für Heimschauen, Seminar an der tiermedizinischen Hochschule Hannover Fachbereich Fischkrankheiten und Fischhaltung. Der Sachkundenachweis wird gemacht.
Dann erschüttern die Positivlisten die Heimtierhaltung. Er stellt sich und sein Hobby bei verschiedenen Umweltorganisationen zur Diskussion. Selbst der örtlich zuständige Bundestagsabgeordneter ist nicht vor ihm sicher. Aber das Hobby bleibt noch erhalten.

Umzug.. aufs Land raus. Bevor die Familie einzieht, steht schon die Neuerwerbung im Wohnzimmer: 816l mit den Abmessungen 170x80x60. Da in diesem Riesenaquarium sehr viel
Platz ist, kommen auch die ersten Apistogramma. Bald schwimmen 10 große ausgesuchte Diskus, einige Welse und Zwergbuntbarschpaare in dem Aquarium. Auch umzu ist sehr viel Platz für das Hobby, ein eigener Aquarienraum entsteht. Erst sehr klein, mit 14 Becken mit insgesamt 2000l Wasser. Er vermehrt Diskus und ist fasziniert vom Brutpflegeverhalten dieser Fische. Bald schwimmen einige hundert dieser herrlichen Fische in seiner Anlage. Sie sind der Grundstock für die Erweiterung der Zuchtanlage. Trotz der Aufforderung, sich ganz mit der Diskuszucht zu befassen, denn sie lassen sich doch gut verkaufen, gilt sein Interesse immer mehr den Zwergbuntbarschen. Denn nicht Umsatz ist wichtig, sondern nur die Interessen. Verschiedene Arten wie Apistogramma borellii, A. cacatuoides halten Einzug. Vielmehr gab es in den Fachgeschäften nicht.
Papilliochromis altispinosa - der bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch…das ist der erste Zwergbuntbarsch den er vermehrte. Auf die Börse in Bremen aufmerksam geworden, denkt er, da könnte ich meine Nachzuchten zu verkaufen. Da er verschiedene Leute des Vereins von den Veranstaltungen des VDA-Bezirks kennt, ist ein Börsenbecken schnell geordert.
Seine erste Börse in Bremen: Zwei Tage lang mit vielen anderen „Verrückten“. Hier ein Gespräch hier ein Plausch, man kann sich so richtig austoben. Das dann die Kosten höher waren als die Einnahmen (ganze 10 „Schmetterlinge“, und die auch noch an einen einzigen Liebhaber, werden verkauft) war uninteressant. So wird er regelmäßiger Teilnehmer der Bremer Börse. Da er sich mit seinem Hobby da bestens aufgehoben fühlt wird er auch Mitglied im Verein. Viele gemeinsame Veranstaltungen folgen . Er schreibt seine ersten Artikel für den „Delphin“. Kurz … er fühlt sich pudelwohl in diesem kreis.

Bei einem Streifzug durch die Aquariengeschäfte entdeckt er einen neuen Zwergbuntbarsch. Apistogramma nijsseni, aber der preis, man will 120,00 DM für das Paar haben,. Das Männchen gab´s für 8.-DM. Wochen später kann er durch einen glücklichen Umstand sehr günstig zwei Paare erwerben. Recht schnell gelingt die Nachzucht und A. nijsseni ist auch heute noch fester Bestandteil seiner Artenliste. Das Verlangen nach anderen Arten wächst. Aber woher nehmen, der Norden ist in dieser Beziehung Entwicklungsland. So beginnt die Suche nach anderen Arten in Deutschland. Den nähesten Züchter findet er in Hildesheim. Dann ein Aufruf in der DATZ :
Eine Zwergbuntbarschvereinigung will sich gründen und sucht Interessierte. Aber das erste
Treffen ist im tiefsten Thüringen, da wo sich „Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“. Aber egal, er will dabei sein. Eine abenteuerliche fahrt beginnt, den selbst Einheimische kennen den gesuchten Ort nicht. Nach zehn Stunden Fahrt (für 550 km)ist er endlich am Ziel. So wird er Gründungsmitglied des Arbeitskreis Zwergcichliden. Er lernt viele Züchter kennen und kann viele ihm unbekannte Arten sehen und erwerben. Viele Fahrten in den Osten der Republik folgen. Oft genug geht es morgens um 4 los und er ist am nächsten Morgen um 4 wieder zu Hause. Die Anzahl der Arten wächst, (bis zu 35 Arten sind vorhanden) und damit auch die heimische Zuchtanlage, die fast komplett auf „Zwerge“ umgestellt wird. Sein Angebot auf der Börse wird immer größer und die Liebhaber bekommen Arten zu Gesicht, die sie in keinem Zoogeschäft finden, den der Fachhandel hat nicht annähernd die Vielfalt an Arten wie er. Zwergbuntbarschinteressierte kommen zu ihm. Er gibt Hilfestellung wo er kann. Baut sogar ganze Zuchtanlagen mit auf. So erschließt er sich eine Diskussionsrunde mit Gleichgesinnten, denn nirgendwo kann man mehr lernen als in einem ausgiebigen Gespräch mit anderen. Wenn aquaristisches Zubehör gesucht wird, ist er erster Ansprechpartner.
Doch dann der erste große Zweifel, bekommt er doch zuhören: „warum baust du die deine eigene Konkurrenz auf?“ Wieso Konkurrenz? Ist er Händler, der damit Geld verdienen muss?? Nein, er sucht nur Gleichgesinnte.
Aber er lässt sich nicht beirren, und so wird aus Hilfestellung in manchen Fällen Freundschaft. Viele Unternehmungen werden gemeinsam gemacht. Er bekommt Fische die normal nie bekommen hätte. Wildfänge die ein Freund am Rio Negro selbst gefangen hat. Bei einigen dieser Fische gehört er zu den Ersten, denen die Nachzucht gelingt.
Aquarianerherz, was willst du mehr??
Viele Börsen folgen und viele kennen seinen Spruch: “Hauptsache die Fahrtkosten kommen rein.“ Klar ist er froh, wenn er einiges verkaufen kann, denn das Hobby kostet richtig Geld.
Aber nach wie vor ist das Zusammensein und die Fachsimpelei mit anderen das Wichtigste.

So wirken einige mitgehörte Gespräche sehr deprimierend auf ihn: „Was willst du mit dieser Art, die bringt doch nichts, und die , die bringt nur ein Euro.“ Oder wenn er hört. „Was willst du denn damit, das sind doch nur „graue Mäuse“, nicht zu verkaufen??“
Befremdlich klingt dann seine Antwort: „Wieso verkaufen, mich interessiert die Art einfach.“
Ist unser Hobby denn schon so tief gesunken, dass nur noch der Verkaufswert des Fisches zählt?
Ist es nicht befriedigend wenn man Nachzuchterfolge hat, die sich bei anderen als unmöglich oder zumindest sehr schwierig gestalten? Wenn man zuschauen kann, wie aus winzig kleinen Geschöpfen „richtige“ Fische werden? Oder wenn man Zuchtlinien aufbaut, um die einen andere beneiden? Zählt denn nur noch Geld und Umsatz?
Nichtsdestotrotz werden auch weiterhin Fische bei ihm schwimmen, die nicht verkäuflich sind, aber das Verhalten und die Brutpflege ihn interessieren. Und er hofft, dass er mit dieser Einstellung nicht alleine ist.

 

Anton Maier


 

                                                                                

 


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